nach Janosch


Figurentheater für Kinder von 4-8 Jahren
Spiel: Johanna Debbes & Rudolf Schmid - Regie: Ulrike Winkelmann
Figurenbau: Anka Sander, Rudolf Schmid, Trickanimation: Paul Bose
gefördert durch den regierenden Bürgermeister von Berlin
Premiere: Oktober 2017

„Josa mit der Zauberfiedel“ ist ein Märchen von Janosch. Wie oft bei Janosch handelt es sich um eine anarchistische Geschichte, die die Schwachen begünstigt und die Despoten stürzen lässt. Kinder erfahren darin, dass nicht allein körperlich Kraft wichtig ist. Die Geschichte spricht von der Zauberkraft von Kunst und Poesie, mit deren Hilfe man auch große Macht gewinnen kann. Und sie zeigt, dass Kunst und Kultur nicht so einfach von Königen und anderen Potentaten missbraucht werden kann. Und dann berichtet sie noch über eine Vater-Sohn-Beziehung, darüber, dass man seinen eigenen Weg gehen muss, der ganz anders aussehen kann als ein Vater sich das vorstellt.


Geschichte

Josa ist der Sohn eines Köhlers. Köhler müssen groß und stark sein, denn sie müssen Baumstämme schleppen können. Josa aber ist klein und gar nicht stark. Das macht seinem Vater große Sorgen.
Nun hat Josa aber einen Freund, der ist ein Vogel. Und als der sieht wie unglücklich Josa ist, schenkt er ihm eine Vogelgeige, eine Zauberfiedel, nicht größer als eine Feder. Und er lehrt ihn ein Lied darauf zu spielen. Das ist so schön, dass jeder, der es hört davon größer und stärker wird.
„Ich auch?“ will Josa wissen. „Du nicht“, sagt der Vogel, „wenn du stark wärest, könntest du nicht mehr spielen.“
Dann lehrt der Vogel ihn das Lied rückwärts spielen. „Man braucht das manchmal. Jeder, der das hört wird kleiner, bis er so klein wie ein Fliegenbein ist.“
„Könnte ich auch dem Mond vorspielen? Würde der dann auch kleiner oder größer?“ „Ja“, sagt der Vogel, „aber du musst den Weg dorthin finden.“
Da macht Josa sich auf den Weg zum Mond. Er übt sein Lied sieben Tage, vorwärts und rückwärts. Auf dem Weg trifft er arme Leute, denen er die Ziege größer spielt, damit sie mehr Milch gibt. Ein Pferd spielt er klein, damit es nicht mehr soviel schleppen muss und nur noch gestreichelt wird.
Als der König des Landes von der Zauberkraft der Fiedel erfährt, befiehlt er Josa zu sich. Denn wie jeder weiß, kann ein König nie groß genug sein.
Als Josa sich weigert zu kommen, lässt er ihn mit Gewalt holen und ins Musikzimmer sperren. Als alle schlafen macht der König Fenster und Türen zu, damit nur er die verzauberte Musik hören kann.
„Los spiel!“, befiehlt der König. Doch Josa spielt rückwärts, und der König wird kleiner und kleiner, bis er in den Ritzen des Fußbodens verschwindet.
So zieht Josa durch die Welt, macht Schwache stark und Starke schwächer und kommt schließlich ans Ende der Welt. Und wenn der Mond vorbeiwandert, dann spielt der Josa für ihn. Dann wird der Mond groß oder klein. Das sieht der alte Köhler, sein Vater dann und weiß, das ist der Josa, der das macht.

 

. . . . . . . . ...

 

 

 

Fliegendes Theater