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fliegendes theater

Tourneestücke Der wilde Mann Pressestimmen
Starnberger Merkur, 22. November 2001

Vor zehn Jahren erschien eine Studie des Amerikaners Robert Bly über das Grimmsche Märchen "Der Eisenhans" oder "Der Wilde Mann", die die Geschichte als einen achtstufigen Initiationsprozess interpretiert, der die Identitätssuche junger Männer wiedergibt. Theaterleute entdeckten das Märchen für die Bühne, das von archaischen Bildern mit psychologischer Symbolkraft lebt. (...) Rudolf Schmid spielte den Bühnenraum bis in den letzten Winkel aus, prägte die Figuren durch Dialektfärbungen und stimmliche Artistik und setzte der dunklen Grundatmosphäre lyrische Momente und als Erzähler Vertrauen entgegen. Gefühle wurden auch durch raumfüllende, aber leise und perlende Livemusik von Ulrich Wirwoll hervorgerufen, die die Szenerie mal melancholisch, mal temporeich lautmalerisch schraffierte. Eine stimmige Inszenierung, bei der selbst die Erwachsenen mit leuchtenden Augen kräftig applaudierten.

Süddeutsche Zeitung / Starnberger SZ, 22. November 2001
(...) Mit einfachen Mitteln arbeiten der Schauspieler und Regisseur Rudolf Schmid sowie der Musiker Ulrich Wirwoll vom "Fliegenden Theater Berlin". Sie schaffen durch das dramaturgisch sensibel abgestimmte Ineinandergreifen verschiedener Ausdrucksmittel, wie denen des Figuren-, Objekt- oder Schauspieltheaters, fein kombiniert mit Live-Musik, Raum- und Lichtgestaltung, eine spannende und nie kitschige Märchenatmosphäre. Sei es das Spiel mit den rohen Holzfiguren, die Schmid zwischen den Erzählsequenzen wie ein Magier zum Leben erweckt, sei es das durch die Trommel Wirwolls aufregend untermalte Galoppieren der Pferde, seien es die atmosphärischen Klänge des unheimlichen Waldes oder einfach nur die Texte, die zwar archetypischen Inhalts, aber so lebensnah, für Kinder nachvollziehbar, gestaltet sind - dies als Gesamtes lässt die Figuren, die Geschichte nicht nur lebendig, sondern auch fassbar werden - und nimmt mit ins Land der unbegrenzten Fantasie.

Kreisbote Landsberg, 28. November 2001

Der Wald ist unheimlich. Kaum einer, der sich hineinwagt, kehrt wieder zurück. Die Inszenierung des Fliegenden Theaters wahrt dieses Geheimnis. (...) Mit archaisch wirkenden Masken und Figuren, live untermalt von den Klängen von Trommel und Holz­klang­instrumenten von Ulrich Wirwoll, wird aus dem Grimmschen Märchen eine Parabel auf das Erwachsenwerden, auf das Bewusstwerden der eigenen Stärke. Der Königssohn muss den "Wilden Mann" freilassen, wenn er sich entwickeln will, auch gegen die Verbote der Erwachsenen. Nach vielen Abenteuern in der Welt findet er endlich seine Prinzessin und kann selbst König werden. (...) Diese Spannung schien auch auf die kleinen Zuschauer überzuspringen, ungewöhnlich für einen Saal voller Kinder, hätte man an manchen Stellen eine Stecknadel fallen hören können. Atemloses Erschrecken, als der Königssohn den Wilden Mann befreit, ein verängstigtes Flüstern aus dem Zuschauerraum: "Mach das nicht!" Eher dunkel, leise, unheimlich, keine Actionszenen, gemäßigtes Tempo, sparsame Requisiten. Das Fliegende Theater bricht mit den alltäglichen Sehgewohnheiten der Kinder und schafft so Raum für Phantasie und Träume.

Münchner Merkur / Dachauer Nachrichten, 29. November 2001

Gutem Kindertheater ist zu eigen, Kinder auf ihren Weg des Heranwachsens liebevoll zu begleiten. Im Kind die Kraft zu bestärken, sein eigener Lehrer zu sein, ist anspruchsvolles Anliegen des "Fliegenden Theaters" aus Berlin. (...) Es wurde faszinierendes Figuren- und Objekttheater gezeigt, mit Live-Musik und mit kunstvoll geschnitzten Holzfiguren. Das Gebaren Spiel auf der Bühne war gefühlsbetont und lebendig, zugleich feinsinnig und drastisch. Wieder einmal wurde deutlich, wie sehr Kinder Schlüssel zum besseren Verständnis unserer Gesellschaft sind. Wieder einmal wurde vor Augen geführt, dass anspruchsvolles Kindertheater subtiles Mittel ist, Kinder auf das Leben in unserer Welt vorzubereiten. (...) Die Aussagen waren gehaltvoll und durchdringend, berührten tief das kindliche Gemüt. Von Musiker Ulrich Wirwoll effektvoll in Szene gesetzte Klänge unterstützten das Empfinden, das für die Emanzipation des Menschen so wichtig ist.


Stand: 01.08.2002 impressum